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Freitag, 16. Februar 2018

Ende der BAJA Deutschland - eine Ära geht zu Ende

Ende der BAJA DEUTSCHLAND

Ganz bestürzt musste ich heute folgende Nachricht lesen:

BAJA DEUTSCHLAND:
EINE ÄRA GEHT ZU ENDE...

Die traurige Nachricht war auch für mich eine Überraschung:
Trotz eifriger Planung und zahlloser neuer Ideen geht die Baja Deutschland Ära zu Ende! Es war uns allen klar, dass es IRGENDWANN mal so weit kommen wird, ABER JETZT SCHON???? Leider ein trauriges JA!

Der Start bei der BAJA DEUTSCHLAND

Laut dem ORGA Team der BAJA Deutschland liefen die Planungen für 2018 bereits auf Hochtouren, neue Ideen sollten eingearbeitet werden und alle waren guter Dinge, mit diesem Format auch in die Zukunft gehen zu können! Diese Pläne lassen sich jedoch nicht mehr umsetzen, da der Bergbaubetrieb, welcher das Gelände in den letzten Jahren zur Verfügung gestellt hat, seine Produktion ausweitet.
Neue Bandanlagen, Strom- und Wasserleitungen werden verlegt, welche den Streckenverlauf leider so ungünstig kreuzen, dass dort einfach keine Strecke für eine anspruchsvolle Rallye mehr zur Stande kommt. Weiterhin wird der Betrieb so erweitert, dass dem Organisationsteam kein ausreichendes Zeitfenster mehr gewährleistet werden kann. Alles in allem gibt es an dieser Stelle keinen Platz mehr für diese Art von Veranstaltung und deshalb ist beschlossen worden, aufzuhören. Die Baja Deutschland kann so, wie sie die Teilnehmer kennen, nicht mehr stattfinden!
Alle Versuche mit Kompromissen oder  realistischen Alternativen sind an den wirtschaftlichen Voraussetzungen bzw. auch an der Naturschutzproblematik gescheitert.

Schade, dass es die Baja Deutschland nicht mehr gibt!

ZITAT: "Es ist ein sehr trauriger Abschied. 10 Jahre lang war ein Offroad-Rallye-Format in der Nähe von Leipzig zu Hause, welches so in Deutschland und wahrscheinlich auch in Europa einmalig war. In manchen Jahren gingen weit über 300 Motorrad-, Auto-, SSV-, Quad-, und Truck-Teams an den Start und kämpften unter sehr unterschiedlichen Bedingungen um die Krone der Baja in Deutschland. Es war von Schnee über Schlamm, Hitze und Kälte, Staub bis hin zum Sturm alles dabei - und egal wie schwierig die Bedingungen waren – wir haben es immer geschafft, dieses Rennen am Leben zu halten. Wir bedanken uns ausdrücklich bei den Beteiligten, welche uns 10 Jahre lang diese einmalige Möglichkeit gegeben haben. Besonders bei allen Teilnehmern, Orga Mitgliedern, freiwilligen Helfern und Sponsoren der Veranstaltung. Es war eine wahnsinnig schöne Zeit mit Euch…DANKE!“

Start der Baja Deutschland

Wo sich eine Türe schließt, geht oftmals auch eine Neue auf. So heißt es doch? Laut dem Newsletter der BAJA Deutschland gibt es einen Lichtblick am Horizont:
In Kooperation mit der "Breslau Rally Poland" können sie uns ein neues Event präsentieren: Das "BRESLAU 500 RACE"! Ende Juni werden sie das bisherige Baja Deutschland Format neu interpretieren und gemeinsam mit der Rallye Breslau an deren Start-Wochenende uns ein neues, 3-tägiges Format präsentieren - genau auf unser Format zugeschnitten, mit einer erfahrenen und eingespielten Organisation. "Motorsport vom Feinsten"! Weitere Informationen dazu werden wir in Kürze noch erhalten.

Was sagt man denn dazu? Mich hat es sehr getroffen und ich bin fast vom Stuhl gefallen.


Dieses Banner werden wir wohl nicht mehr zu sehen bekommen!





Freitag, 20. Oktober 2017

Mit der BMW Motorrad R 100 GS auf der Baja Deutschland

War wohl nix, die Baja Deutschland 2017

Technische Abnahme bei der Baja Deutschland 2017

 „Schrauberweekend“ - so könnten wir, Elmar (Niggo) und ich, zu unserem Einsatz auf der Baja Deutschland sagen. Dabei war der Start doch eigentlich gar nicht so schlecht. Auf der WP 1 mit ca. 8 km Länge, was mir persönlich immer zu kurz ist, hat noch alles funktioniert. Die BMW GS hat sich relativ gut geschlagen. Mir ist nichts passiert und wir waren nachher noch fit für den Einsatz am Abend. 
 
Start der WP 1  - Baja Deutschland 2017


Massenstart bei der Baja Deutschland 2017

Die WP 2 war in Verbindung mit einem Massenstart und sollte die Bikes und Quads in die Dunkelheit führen. Alle Teilnehmer wurden mit Begleitfahrzeugen zum Startplaton geführt.

Den Fahrern wurde der Start mit einer Leuchtrakete signalisiert.

Der Erste im Loch , hat wohl das Ziel verfehlt !!!

Ich persönlich fand es fast ein bisschen gefährlich, alle fuhren wie die Irren los und es wurde teilweise ganz schön eng. Mit meinen 980ccm des BMW Motorrad R 100 GS Triebwerkes dachte ich, dass ich Chancen auf einen Holeshot hätte, doch da rauschten schon einige an mir vorbei. Die waren so schnell, dass ich dachte ich würde stehen!

154 km/h  V-Max auf der Rallye in WP 2
Bis zum ersten CP Checkpoint war es ein ganzes Stück, so hatte sich das Fahrerfeld ganz schön aufgedröselt. Meine Taktik (ich hänge mich an Guido Faber mit seiner KTM und versuche an ihm dran zu bleiben) ging gut. Guido navigiert sehr sauber und legt eine gute Zeit auf den Track, so musste ich ihn nur immer wieder überprüfen. Nach über einer Runde waren wir wieder auf Höhe der Startgeraden angekommen. Auf dieser langen Geraden konnten Geschwindigkeiten über 150 km/h erzielt werden. 

Da kniet sie nieder, gebrochene Federbeinschraube 😥😭
 
Sooo schade, warum hat sie nicht gehalten ??? Wird doch nur gepflegt!

 
Sieht übel aus !!!  Die SWT-SPORTS Monkey
Ich war im 5. Gang des BMW - Getrag Getriebes und der Gasdrehgriff am Anschlag! Vor mir lag eine wunderbare Schotteretappe, ein paar Wellen, doch nichts aufregendes, dachte ich. Da war es schon passiert! Ein Loch, ein Riss oder irgendetwas anderes! Die BMW schlug ein und in Verbindung mit einem lauten, schleifenden Geräusch trat die Negativbeschleunigung ein. Meine R 75/6 im GS-Trimm war am Boden und die Sitzbank kam mir entgegen. Zum Glück stand ich bei dieser schnellen Sektion in den Rasten und konnte mich so auf meiner Großenduro halten. Als mit bewusst wurde, was da passiert ist, schob ich die Fuhre mit Vollgas ca. 20 m neben die Hauptspur. Jetzt war Ermitteln angesagt, was passiert sein könnte. Die Schwinge kaputt? Das Rad weg? Nein, das Federbein stand nach oben und hob die Sitzbank in den Himmel. Schnell montierte ich meine Sitzbank ab und sah, dass die obere Schraube und das obere Federbeinlager sich aufgelöst hatten. 
 
Ausarbeitung des Roadbooks - die drei von der Tankstelle

Shit. Schnell nach Ersatz am Motorrad gesucht. In meinem Werkzeugfach wurde ich fündig. Für den Einbau musste das Rahmenheck gelöst werden. Leider lösten sich beim Abscheren der Schraube die beiden Alubüchsen des Schwenklagers am Federbein auf. Mit meiner Notlösung konnten wir nicht weiter an der Baja teilnehmen. Im Fahrerlager angekommen konnten wir mit Hilfe des LKW Mechanikers von Südtrips eine Behelfslösung fabrizieren. Aus kleinen Resten einer Ölleitung, Hydraulikleitung und einigen Beilagscheiben sowie Kupferringen für die Ölablassschraube konnte eine sichere Verbindung für den Stoßdämpfer gezaubert werden. Danke nochmal an das Team Südtrips! Was nicht repariert werden konnte war der WP-Dämpfer selbst. Dieser hatte über den Schlauchanschluss zum Ausgleichsbehälter Stoßdämpferöl verloren. Diesen Schaden bekamen wir nicht in den Griff, so war klar, dass das Fahrwerk nicht sehr gut sein wird.

Fett am Schrauben, und dass die halbe Nacht

Neues Schwenklagersystem aus Unterlegscheiben und CU-Dichtringen (wird patentiert!!!)

Der Start am Samstagmorgen war aber trotzdem sicher.

Das Fahrerlager der Baja Deutschland 2017

Auf der WP 3 musste ich etwas vorsichtiger sein. Durch die fehlende Zugstufe am Federbein kam ich mir wie ein Springbock vor. Mein Ziel war einfach sicher durch die Prüfung zu kommen. Nach wenigen Kilometern wurde mir schnell klar, dass dies nicht einfach werden würde. Die Ladekontrolle fing immer wieder an aufzuleuchten. Ich stellte nach der zweiten Runde auf den Voltmeter am SIXO um, so konnte ich den Ladestrom etwas beobachten. Die Kiste hatte nur noch 10,2 Volt auf der Uhr!

Die Dickschiffe bei der Abfahrt im Sandkasten
Sandabfahrt mit Verfolgern !!!
Der Supergau trat dann auf einer langen, mit tiefem Sand beschaffenen Geraden ein. Die BMW Motorrad GS schaukelte sich stark auf. Ich wurde nach eine Welle von den Fußrasten Richtung Himmel geschleudert. Ein starker Schmerz in der Brust teilte mir mit, dass ich noch immer auf meinem Motorrad war.

BMW mit Gas um die Kurve
Schmerz lass nach! Ich bin voll mit meiner Brust gegen das Windschild geknallt, dabei zerbrach ich noch mein Handy. Was für ein SchXXßtag! Kurz danach klappte der Vorbau der GS – Paris / Dakar nach unten. Mit meinem Gewicht muss ich die Strebe des Vorderbaus meiner GS zerbrochen haben. Das kann doch einfach nicht sein, dachte ich mir.

Das Spannband hält die GS zusammen !!!
Jetzt hatte es etwas länger gedauert, bis eine Lösung da war. Im Gebüsch stehend sortierte ich erneut meine Ersatzteile und meinen Werkzeugbestand. Mit Hilfe eines Spanngurtes konnte ich den Vorbau nach hinten zur Sitzbanköse ziehen. Das Wasserrohr der BMW Motorrad R 100 GS PD hielt das Licht und den Aufbau noch in der Höhe. So zusammengesteckt war das Weiterfahren möglich. Nun startete der Boxer nicht mehr!

Ich werde verfolgt !!!!
Zum Glück hat mir Joachim Rothvon Roth-Getriebe erst das Getriebe mit einem Kickstarter überholt. Nach zwei – dreimal durchtreten brummte der 2-Ventiler wieder vor sich hin. Jetzt nur noch auf Durchhalten fahren und nichts mehr riskieren. Es würde keine Bestzeit mehr werden. Doch die Etappe wäre noch machbar. Im Fahrerlager war das große Schrauben also wieder angesagt. Als erstes wurde das Halteblech des Vorbaus ausgebaut. 


Reparatur des Halters am Vorderbau der GS
Ein herzliches Dankeschön an die Ingenieure von BMW. Dümmer hätte es nicht angebaut werden können. Hab mir fast die Hände gebrochen um das Drecksblechhalterle rausoperieren zu können. Ein sehr netter Niederländer, zu Deutsch Holländer, hat uns mit einem Elektrodenschweißgerät ( ja richtig Elektroden ) die beiden abgebrochenen Teile wieder vereint. Den Strom dafür erhielten wir von unseren BAJA-Nachbarn aus dem Vorjahr. Danke an euch. Hilfsbereitschaft steht bei der BAJA-DEUTSCHLAND immer ganz groß. Bis dato hat uns immer jeder geholfen und wir haben auch immer geschaut, dass wir unsere Hilfe anbieten konnten. Auch ein Dank an die nette Dame mit dem LC8 Fahrer, die mich in dem tiefen Loch gerettet haben ;-) 

Lichtmaschinenschaden , die Dreckslampe geht nicht aus !!!
Die Lichtmaschine war nicht mehr zu reparieren. An der Diodenplatte fehlte eine Diode. Mit etwas Sprühkleber und ein paar Gummimatten konnten wir sie wieder von der Masse des Motors isolieren und sie nahm die Arbeit wieder etwas auf. Die Gleichrichterplatte lud jetzt wieder mit 12,5 Volt, was für eine Baja-Etappe doch ausreichend sein sollte.

Nach der Durchsicht wurde die GS wieder als einsatzfähig abgestempelt.

Bedingungen wie in der Wüste !!!

Zur Prophylaxe lud ich die Starterbatterie einfach mit meinem Sprinter auf und legte das Roadbook für WP 4 ein.

Start der WP4 - Baja Deutschland am frühen Morgen
Nach einer kurzen Nacht durften alle Fahrer der Bikes und Quads zum Start navigieren. Die Startaufstellung wurde vom Organisator über die Punkte ermittelt. Die BMW SWT-SPORTS GS stand in der 6. Startreihe. Die Batterie war schon hier nicht mehr gut, das Roadbook und der Tripmaster ziehen sich schon ihren Teil. Als ich dann am Start das Licht noch aktivierte, leuchtete gleich die Lima-Kontrollleuchte auf. Die Reparatur war uns wohl nicht gelungen. Kurz nach dem Start machte ich dann alles an Leuchtmittel wieder aus. Nur noch der Zusatzscheinwerfer über dem Hauptscheinwerfer half mir, mich im Dreck zurecht zu finden. Die Verhältnisse waren teilweise bitter! Es war oft bodenlos! Kurz vorm Ende der ersten Runde, beim Peilen mit dem Kompass, hatte ich große Probleme beim Navigieren. Hier standen schon einige weitere Fahrer aus den vorausgegangenen Startreihen vor mir. Meine Voltanzeige war bereits ausgefallen, der SIXO und das Roadbook waren auch schon platt. Nur das Brummen des Boxers, das ging irgendwie noch.

Pow All im Einsatz auf der Baja Deutschland
Am letzten CP vor dem Ziel war es dann soweit, die Zündung hatte nicht mehr genügend Saft. Ab jetzt fuhr ich mit meinem POW-ALL als Starthilfe - Batterie am  Boxer weiter. Das Ding klemmte ich mir zwischen meine Beine und versuchte, noch nicht von den Lumpensammlern eingesammelt zu werden.

Traumhafte Bedingungen
Die Baja – Deutschland 2017 war zwar fahrerisch nicht so erfolgreich für mich, doch ist es eines der schönsten Rennen im Jahr! Und 2018 werde ich auf jeden Fall wieder mitfahren! Denn: „Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen!“ Das große Ganze ist das, was diese Rallye ausmacht. Ohne die Ausfälle hätten wir die vielen netten Menschen im Fahrerlager gar nicht kennengelernt. Auch das Reparieren auf der Strecke ohne große weitere Hilfe, bei dem man voll auf sich selbst gestellt ist. Das ist einfach Baja!!!!

Das macht Spaß  - Boxertreiben
Ich werde verfolgt !!!

Ergebnisse der Zweizylinderklasse – Baja Deutschland 2017


Platz      Startnummer/Fahrer                    Fahrzeug

Platz 1  KROPF, GERD                    BMW Motorrad HP2

1             25           KROPF, GERD                    BMW Motorrad HP2 



Platz 2 ROBERT, IMHOF              KTM Motorcycle ADVENTURE

2        42           ROBERT, IMHOF              KTM Motorcycle ADVENTURE 




Platz 3 HEINE, ERIK                KTM Motorcycle LC8 ADVENTURE

3             12           HEINE, ERIK                        KTM Motorcycle LC8 ADVENTURE 


Platz 4 SCHNEIDER, UDO            BMW Motorrad HP2 ENDURO

4             15           SCHNEIDER, UDO            BMW Motorrad HP2 ENDURO 




Platz 5 REITH, STEFAN                HONDA TRANSALP 600

5             43           REITH, STEFAN                  HONDA TRANSALP 600                


Platz 6  HOFMANN, ANDY    KTM Motorcycle 990 ADVENTURE


6             16           HOFMANN, ANDY          KTM Motorcycle 990 ADVENTURE 



Platz 7  WEGENER, JAN                    BMW Motorrad HP2

7             27           WEGENER, JAN                                BMW Motorrad HP2


Platz 8   DUSCHEK, ALEXANDER   KTM Motorcycle LC 8

8             11           DUSCHEK, ALEXANDER KTM Motorcycle LC 8 990 ADVENTURE 


Platz 9 SCHAD, MANUEL            BMW Motorrad R 100 / 7

9             29           SCHAD, MANUEL            BMW Motorrad R 100 / 7


Platz 10   WILL, VOLKER                   KTM LC8 Motorcycle 950

10           19           WILL, VOLKER                   KTM LC8 Motorcycle 950

Platz 11  KELBER, SEBASTIAN       KTM 990 LC8 ADVENTURE

11           47           KELBER, SEBASTIAN       KTM 990 LC8 ADVENTURE 

Bilder von www.ZSF.info C. Schrader KG,   BAJA DEUTSCHLAND  , Manuel Schad und viele mehr !!!


Montag, 27. Februar 2017

ICEMAN Rallye in Tschechien 2017 mit dem BMW Motorrad BOXER

Honza in Action mit der BMW Motorrad R 1100 R

Am letzten Wochenende nahmen wir an der ICEMAN Rallye bei Melnik in der Tschechischen Republik teil. Der Name ICEMAN ist aussagekräftig und bei dieser Rally war auch mit Eis, Schnee und Schlamm zu rechnen.

Zwar hatten wir deutliche Plusgrade, doch auf den Feldern, Wiesen und auch den Feldwegen war Eis und Schnee vorhanden.
Auch richtige Dickschiffe waren dabei !!!
Hausaufgaben für Rallyepiloten

Und gemüdlichem Beisammensein!
Getroffen wurde sich am Freitag, auf einem Campingplatz. Das Briefing am späten Abend beinhaltete die Ziehung des Startplatzes und das Besprechen des Roadbooks. Dieses war natürlich in der tschechischen Sprache und musste uns mit Hilfe des Veranstalters und unserem Bekannten
Alexander in Deutsche übersetzt werden.
Vorbereitung für die Rallye am Samstag morgen

Auf dem Zeltplatz vor der Abfahrt

Jeder hatte noch schnell was zu tun!
Samstag Morgens um 8:00 Uhr begannen wir erst mal mit einem landesüblichen Frühstück, dann durften wir mittels Roadbook zum Start navigieren. Dieser war ca.8 km entfernt unter einer Brücke am Waldrand. Der Start der Rallye war im Minutentakt und nach nur 200 Metern war klar, was uns heute erwartet. Wasser, Wasser und nochmal Wasser. Die Route führte entlang einer Bahnlinie, ca. 600 Meter in die eine und 600 Meter auf der anderen Gleisseite zurück.
Start unter der Brücke vor der Stadt
Großer Anteil an Dickschiffen - das KTM SE 950 Duo

Schon auf den ersten Metern zeigte mir mein Boxer, was er von der Aktion hält. Meine weiße Expetitions - BMW hatte massive Probleme mit den tiefen Wasserlöchern, diese zogen sich teilweise meterlang in den Spuren. Ein Spurwechsel war aufgrund der vereisten Flächen zwischen den Fahrspuren oft zu gefährlich. Also hieß es einfach Gasdrehgriff drehen und durch.
TIMO HEINEN auf der Witec BMW

Manuel Schad auf der SWT-SPORTS BMW

Als dann mal eine kleine Freifläche war, nahm ich das Multifunktionstool und kappte die Zündleitung im Stecker etwas. Danach wurde dieser wieder abgedichtet. Doch diese provisorische Reparatur hielt nicht lange an. An den nächsten langen Furten war es wieder vorbei und der Vortrieb wurde nur noch von einem der beiden Zylinder meines BMW Motorrad Boxers gewährleistet. Es nutzte nichts, ich musste etwas mehr Zeit opfern, um das Problem zu beheben. Eine Tankstelle wurde ausfindig gemacht und mit Kriechöl – Multifunktionsöl – WD-irgendwas der Zündungsausfall etwas eingedämmt.
HONZA - Platz 1 - gibt Vollgas

Doch die tiefen Wasserrinnen und langen Furten machten mir immer mehr Angst. Ich wollte das Rennen unbedingt zu Ende bringen.  Abenteuerlich war der Streckenverlauf alle mal. Die Rallyestrecke führte uns durch tiefe Wälder, die meist mit sehr viel Schnee bedeckt waren. Der Schnee war oft schon angetaut und dann wieder gefroren, was die Schneehaufen sehr fest und undurchdringlich machte. Die Spuren auf den Feldwegen waren durch Fahrzeuge komprimiert und hatten unter dem Schnee reine Eisflächen. Hier war es oft ratsam, auf die Acker- und Wiesenflächen auszuweichen. (Hiermit entschuldige ich mich bei den Landwirten). Ein paar schöne und knackige Auffahrten hatten unsere tschechischen Freunde auch eingebaut, doch so wie die Auffahrten gestalteten sich auch die wenigen, dafür aber sehr steilen Abfahrten.
Viele Freiflächen waren vorhanden!

Auch Gewinner rutschen mal aus !!!

Immer wieder glatte und winterliche Verhältnisse
Kleines Treffen auf der Steppe !
Top Speed war kaum zu machen, wenn mein SIXO richtig anzeigt, dann waren es lediglich 96 km/h, doch das kann bei Eis, Schnee oder Matsch schon ganz schön weh tun. Eine Stelle an einem Stausee fand ich ganz interessant. Hier wurde das Roadbook mit „LANGE GERADE mit sehr scharfer KURVE am Ende“ gekennzeichnet. Ich glaube es waren 1200 Meter. Doch die Gerade wurde von Rohrleitungen für ein Abbauwerk unterbrochen. Diese Stahlrohre hatten einen Durchmesser von ca. einem Meter und waren mit Erde überdeckt. Doch die Erde war durch das Tauwasser sehr weich geworden. Als ich diese Überführung fuhr merkte ich wie mein Vorderrad sich in den tiefen Boden bohren wollte. Das ging nochmal gut, dachte ich mir. Ein Land auf diese Weise zu entdecken ist einfach traumhaft, es ist nicht so, dass wir von den Orten fern blieben, dies war auch nicht möglich, da für die kleinen und sportlichen Enduros Tankzonen an Tankstellen vorhanden sein mussten. Aber wir fuhren natürlich nicht durch die großen Städte. Wir kamen durch kleine schnuckelige Dörfer mit sehr vielen antiken Häusern, wir sahen Neubaugebiete, die sich von unseren
gar nicht unterscheiden, wir kamen an alten Ruinen vorbei, wir durften durch riesige Plantagen rasen. Es ist unwahrscheinlich, was man alles auf einer Rallye sehen und erleben kann.
KTM SuperEnduro in Action !!!

Die beiden 950 SE schlagen sich gut !!!

Doch leider kam ich nur bis km 121, dann ging die Kuh nach einer Auffahrt aus und wollte nicht mehr.
Nach ganz langem Kicken erwachte der Boxer nochmal und ich entschloss mich schnell, das Rennen abzubrechen und den kürzesten Weg zurück ins Fahrerlager zu wählen. Auf dem Weg dorthin wollte die BMW Motorrad R 100 GS PD im SWT-SPORTS trimm, wieder nicht mehr. Hier kam mir ein  räftiger
Einheimischer zu Hilfe und wollte meine BMW alleine anschieben. Ich versuchte ihm mit Händen und Füßen zu erklären, dass der Anlasser defekt ist und sie deshalb mit dem Kickstarter gestartet werden muss. Den Mann mit seinem Tarnanzug konnte ich so dazu bewegen, dass er meinen Boxer einfach gerade hielt. Schnell entleerte ich die Vergaserkammern, die mit sehr viel Schmutzwasser gefüllt waren. Dann stabilisierte er mein Bike beim Kickstarten, was die Sache nicht leichter machte! Kurz darauf zeigte mein weißes Adventurebike wieder ein paar Lebenszeichen und 2500 Meter vor dem Padock war dann Schluss. Ich hatte die Ehre, mein Motorrad in das Fahrerlager zu schieben.
Top Service an der Waschstraße

Was für ein geiles Wochenende. Es ist so toll, wenn man sich durch so ein Rennen quälen darf und zu sich selbst sagen kann: „Ich hab alles versucht!“   Der Auftrag ist klar!  Die
Zündung muss nachgearbeitet werden. Ich denke über den Verzicht der Doppelzündung nach. Auch der Anlasser wird getauscht, alles Andere wird sich beim Check in unserer Werkstatt zeigen. Am Samstag Abend beim gemütlichen Beisammensein wurden Timo Heinen mit der Witec – BMW zum
zweiten Platz geehrt.  Honza Žlábek, der schnelle Tscheche, hat auf seiner R 1100 R mit Fahrwerksumbau den ersten Platz für sich entschieden. Ich freue mich jetzt schon drauf, wenn meine Freunde aus dem Osten mich wieder zur Rallye laden. 😏

Weitere Bilder .......