Posts mit dem Label Roadbook Rallye werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Roadbook Rallye werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Oktober 2017

Mit der BMW Motorrad R 100 GS auf der Baja Deutschland

War wohl nix, die Baja Deutschland 2017

Technische Abnahme bei der Baja Deutschland 2017

 „Schrauberweekend“ - so könnten wir, Elmar (Niggo) und ich, zu unserem Einsatz auf der Baja Deutschland sagen. Dabei war der Start doch eigentlich gar nicht so schlecht. Auf der WP 1 mit ca. 8 km Länge, was mir persönlich immer zu kurz ist, hat noch alles funktioniert. Die BMW GS hat sich relativ gut geschlagen. Mir ist nichts passiert und wir waren nachher noch fit für den Einsatz am Abend. 
 
Start der WP 1  - Baja Deutschland 2017


Massenstart bei der Baja Deutschland 2017

Die WP 2 war in Verbindung mit einem Massenstart und sollte die Bikes und Quads in die Dunkelheit führen. Alle Teilnehmer wurden mit Begleitfahrzeugen zum Startplaton geführt.

Den Fahrern wurde der Start mit einer Leuchtrakete signalisiert.

Der Erste im Loch , hat wohl das Ziel verfehlt !!!

Ich persönlich fand es fast ein bisschen gefährlich, alle fuhren wie die Irren los und es wurde teilweise ganz schön eng. Mit meinen 980ccm des BMW Motorrad R 100 GS Triebwerkes dachte ich, dass ich Chancen auf einen Holeshot hätte, doch da rauschten schon einige an mir vorbei. Die waren so schnell, dass ich dachte ich würde stehen!

154 km/h  V-Max auf der Rallye in WP 2
Bis zum ersten CP Checkpoint war es ein ganzes Stück, so hatte sich das Fahrerfeld ganz schön aufgedröselt. Meine Taktik (ich hänge mich an Guido Faber mit seiner KTM und versuche an ihm dran zu bleiben) ging gut. Guido navigiert sehr sauber und legt eine gute Zeit auf den Track, so musste ich ihn nur immer wieder überprüfen. Nach über einer Runde waren wir wieder auf Höhe der Startgeraden angekommen. Auf dieser langen Geraden konnten Geschwindigkeiten über 150 km/h erzielt werden. 

Da kniet sie nieder, gebrochene Federbeinschraube 😥😭
 
Sooo schade, warum hat sie nicht gehalten ??? Wird doch nur gepflegt!

 
Sieht übel aus !!!  Die SWT-SPORTS Monkey
Ich war im 5. Gang des BMW - Getrag Getriebes und der Gasdrehgriff am Anschlag! Vor mir lag eine wunderbare Schotteretappe, ein paar Wellen, doch nichts aufregendes, dachte ich. Da war es schon passiert! Ein Loch, ein Riss oder irgendetwas anderes! Die BMW schlug ein und in Verbindung mit einem lauten, schleifenden Geräusch trat die Negativbeschleunigung ein. Meine R 75/6 im GS-Trimm war am Boden und die Sitzbank kam mir entgegen. Zum Glück stand ich bei dieser schnellen Sektion in den Rasten und konnte mich so auf meiner Großenduro halten. Als mit bewusst wurde, was da passiert ist, schob ich die Fuhre mit Vollgas ca. 20 m neben die Hauptspur. Jetzt war Ermitteln angesagt, was passiert sein könnte. Die Schwinge kaputt? Das Rad weg? Nein, das Federbein stand nach oben und hob die Sitzbank in den Himmel. Schnell montierte ich meine Sitzbank ab und sah, dass die obere Schraube und das obere Federbeinlager sich aufgelöst hatten. 
 
Ausarbeitung des Roadbooks - die drei von der Tankstelle

Shit. Schnell nach Ersatz am Motorrad gesucht. In meinem Werkzeugfach wurde ich fündig. Für den Einbau musste das Rahmenheck gelöst werden. Leider lösten sich beim Abscheren der Schraube die beiden Alubüchsen des Schwenklagers am Federbein auf. Mit meiner Notlösung konnten wir nicht weiter an der Baja teilnehmen. Im Fahrerlager angekommen konnten wir mit Hilfe des LKW Mechanikers von Südtrips eine Behelfslösung fabrizieren. Aus kleinen Resten einer Ölleitung, Hydraulikleitung und einigen Beilagscheiben sowie Kupferringen für die Ölablassschraube konnte eine sichere Verbindung für den Stoßdämpfer gezaubert werden. Danke nochmal an das Team Südtrips! Was nicht repariert werden konnte war der WP-Dämpfer selbst. Dieser hatte über den Schlauchanschluss zum Ausgleichsbehälter Stoßdämpferöl verloren. Diesen Schaden bekamen wir nicht in den Griff, so war klar, dass das Fahrwerk nicht sehr gut sein wird.

Fett am Schrauben, und dass die halbe Nacht

Neues Schwenklagersystem aus Unterlegscheiben und CU-Dichtringen (wird patentiert!!!)

Der Start am Samstagmorgen war aber trotzdem sicher.

Das Fahrerlager der Baja Deutschland 2017

Auf der WP 3 musste ich etwas vorsichtiger sein. Durch die fehlende Zugstufe am Federbein kam ich mir wie ein Springbock vor. Mein Ziel war einfach sicher durch die Prüfung zu kommen. Nach wenigen Kilometern wurde mir schnell klar, dass dies nicht einfach werden würde. Die Ladekontrolle fing immer wieder an aufzuleuchten. Ich stellte nach der zweiten Runde auf den Voltmeter am SIXO um, so konnte ich den Ladestrom etwas beobachten. Die Kiste hatte nur noch 10,2 Volt auf der Uhr!

Die Dickschiffe bei der Abfahrt im Sandkasten
Sandabfahrt mit Verfolgern !!!
Der Supergau trat dann auf einer langen, mit tiefem Sand beschaffenen Geraden ein. Die BMW Motorrad GS schaukelte sich stark auf. Ich wurde nach eine Welle von den Fußrasten Richtung Himmel geschleudert. Ein starker Schmerz in der Brust teilte mir mit, dass ich noch immer auf meinem Motorrad war.

BMW mit Gas um die Kurve
Schmerz lass nach! Ich bin voll mit meiner Brust gegen das Windschild geknallt, dabei zerbrach ich noch mein Handy. Was für ein SchXXßtag! Kurz danach klappte der Vorbau der GS – Paris / Dakar nach unten. Mit meinem Gewicht muss ich die Strebe des Vorderbaus meiner GS zerbrochen haben. Das kann doch einfach nicht sein, dachte ich mir.

Das Spannband hält die GS zusammen !!!
Jetzt hatte es etwas länger gedauert, bis eine Lösung da war. Im Gebüsch stehend sortierte ich erneut meine Ersatzteile und meinen Werkzeugbestand. Mit Hilfe eines Spanngurtes konnte ich den Vorbau nach hinten zur Sitzbanköse ziehen. Das Wasserrohr der BMW Motorrad R 100 GS PD hielt das Licht und den Aufbau noch in der Höhe. So zusammengesteckt war das Weiterfahren möglich. Nun startete der Boxer nicht mehr!

Ich werde verfolgt !!!!
Zum Glück hat mir Joachim Rothvon Roth-Getriebe erst das Getriebe mit einem Kickstarter überholt. Nach zwei – dreimal durchtreten brummte der 2-Ventiler wieder vor sich hin. Jetzt nur noch auf Durchhalten fahren und nichts mehr riskieren. Es würde keine Bestzeit mehr werden. Doch die Etappe wäre noch machbar. Im Fahrerlager war das große Schrauben also wieder angesagt. Als erstes wurde das Halteblech des Vorbaus ausgebaut. 


Reparatur des Halters am Vorderbau der GS
Ein herzliches Dankeschön an die Ingenieure von BMW. Dümmer hätte es nicht angebaut werden können. Hab mir fast die Hände gebrochen um das Drecksblechhalterle rausoperieren zu können. Ein sehr netter Niederländer, zu Deutsch Holländer, hat uns mit einem Elektrodenschweißgerät ( ja richtig Elektroden ) die beiden abgebrochenen Teile wieder vereint. Den Strom dafür erhielten wir von unseren BAJA-Nachbarn aus dem Vorjahr. Danke an euch. Hilfsbereitschaft steht bei der BAJA-DEUTSCHLAND immer ganz groß. Bis dato hat uns immer jeder geholfen und wir haben auch immer geschaut, dass wir unsere Hilfe anbieten konnten. Auch ein Dank an die nette Dame mit dem LC8 Fahrer, die mich in dem tiefen Loch gerettet haben ;-) 

Lichtmaschinenschaden , die Dreckslampe geht nicht aus !!!
Die Lichtmaschine war nicht mehr zu reparieren. An der Diodenplatte fehlte eine Diode. Mit etwas Sprühkleber und ein paar Gummimatten konnten wir sie wieder von der Masse des Motors isolieren und sie nahm die Arbeit wieder etwas auf. Die Gleichrichterplatte lud jetzt wieder mit 12,5 Volt, was für eine Baja-Etappe doch ausreichend sein sollte.

Nach der Durchsicht wurde die GS wieder als einsatzfähig abgestempelt.

Bedingungen wie in der Wüste !!!

Zur Prophylaxe lud ich die Starterbatterie einfach mit meinem Sprinter auf und legte das Roadbook für WP 4 ein.

Start der WP4 - Baja Deutschland am frühen Morgen
Nach einer kurzen Nacht durften alle Fahrer der Bikes und Quads zum Start navigieren. Die Startaufstellung wurde vom Organisator über die Punkte ermittelt. Die BMW SWT-SPORTS GS stand in der 6. Startreihe. Die Batterie war schon hier nicht mehr gut, das Roadbook und der Tripmaster ziehen sich schon ihren Teil. Als ich dann am Start das Licht noch aktivierte, leuchtete gleich die Lima-Kontrollleuchte auf. Die Reparatur war uns wohl nicht gelungen. Kurz nach dem Start machte ich dann alles an Leuchtmittel wieder aus. Nur noch der Zusatzscheinwerfer über dem Hauptscheinwerfer half mir, mich im Dreck zurecht zu finden. Die Verhältnisse waren teilweise bitter! Es war oft bodenlos! Kurz vorm Ende der ersten Runde, beim Peilen mit dem Kompass, hatte ich große Probleme beim Navigieren. Hier standen schon einige weitere Fahrer aus den vorausgegangenen Startreihen vor mir. Meine Voltanzeige war bereits ausgefallen, der SIXO und das Roadbook waren auch schon platt. Nur das Brummen des Boxers, das ging irgendwie noch.

Pow All im Einsatz auf der Baja Deutschland
Am letzten CP vor dem Ziel war es dann soweit, die Zündung hatte nicht mehr genügend Saft. Ab jetzt fuhr ich mit meinem POW-ALL als Starthilfe - Batterie am  Boxer weiter. Das Ding klemmte ich mir zwischen meine Beine und versuchte, noch nicht von den Lumpensammlern eingesammelt zu werden.

Traumhafte Bedingungen
Die Baja – Deutschland 2017 war zwar fahrerisch nicht so erfolgreich für mich, doch ist es eines der schönsten Rennen im Jahr! Und 2018 werde ich auf jeden Fall wieder mitfahren! Denn: „Mal verliert man und mal gewinnen die Anderen!“ Das große Ganze ist das, was diese Rallye ausmacht. Ohne die Ausfälle hätten wir die vielen netten Menschen im Fahrerlager gar nicht kennengelernt. Auch das Reparieren auf der Strecke ohne große weitere Hilfe, bei dem man voll auf sich selbst gestellt ist. Das ist einfach Baja!!!!

Das macht Spaß  - Boxertreiben
Ich werde verfolgt !!!

Ergebnisse der Zweizylinderklasse – Baja Deutschland 2017


Platz      Startnummer/Fahrer                    Fahrzeug

Platz 1  KROPF, GERD                    BMW Motorrad HP2

1             25           KROPF, GERD                    BMW Motorrad HP2 



Platz 2 ROBERT, IMHOF              KTM Motorcycle ADVENTURE

2        42           ROBERT, IMHOF              KTM Motorcycle ADVENTURE 




Platz 3 HEINE, ERIK                KTM Motorcycle LC8 ADVENTURE

3             12           HEINE, ERIK                        KTM Motorcycle LC8 ADVENTURE 


Platz 4 SCHNEIDER, UDO            BMW Motorrad HP2 ENDURO

4             15           SCHNEIDER, UDO            BMW Motorrad HP2 ENDURO 




Platz 5 REITH, STEFAN                HONDA TRANSALP 600

5             43           REITH, STEFAN                  HONDA TRANSALP 600                


Platz 6  HOFMANN, ANDY    KTM Motorcycle 990 ADVENTURE


6             16           HOFMANN, ANDY          KTM Motorcycle 990 ADVENTURE 



Platz 7  WEGENER, JAN                    BMW Motorrad HP2

7             27           WEGENER, JAN                                BMW Motorrad HP2


Platz 8   DUSCHEK, ALEXANDER   KTM Motorcycle LC 8

8             11           DUSCHEK, ALEXANDER KTM Motorcycle LC 8 990 ADVENTURE 


Platz 9 SCHAD, MANUEL            BMW Motorrad R 100 / 7

9             29           SCHAD, MANUEL            BMW Motorrad R 100 / 7


Platz 10   WILL, VOLKER                   KTM LC8 Motorcycle 950

10           19           WILL, VOLKER                   KTM LC8 Motorcycle 950

Platz 11  KELBER, SEBASTIAN       KTM 990 LC8 ADVENTURE

11           47           KELBER, SEBASTIAN       KTM 990 LC8 ADVENTURE 

Bilder von www.ZSF.info C. Schrader KG,   BAJA DEUTSCHLAND  , Manuel Schad und viele mehr !!!


Dienstag, 26. September 2017

GS-Kutscha auf der Bosnia-Rally mit der SWT-SPORTS 38

Georg Fuhrmann - GS-Kutscha mit der SWT-BMW Nr. 38
Nachdem ich dieses Jahr im Rahmen der BMW GS-TROPHY am Roadbookfahren  nicht nur Interesse, sondern auch Freude erfahren habe, musste nun also  nochmals ein Training her. Denn Übung macht ja bekanntlich den Meister.
Die BMW Motorrad GS von SWT-SPORTS im Einsatz in Bosnien
Es wäre ja toll, wenn man eines Tages an einer Rallye teilnehmen könnte,  ohne nur Letzter zu werden. Aber um erfolgreich eine Rallye fahren zu  können, muss man nicht nur ein guter Geländefahrer sein, sondern auch  noch ein guter Navigator.

Diese beiden Eigenschaften sollen dann auch noch mit einem klassischen  Roadbook, also der Navigation per Papierrolle, zuverlässig  funktionieren.
GS-Kutscha auf SWT-SPORTS BMW in Bosnia
Das ist schon ein gravierender Unterschied, ob man einfach seinem  Garmin-Navigationsgerät über den Track folgt, oder einen mit Symbolen  und Distanzen vorgedruckten Papierroadbook.

Mittels Tripmaster (Entfernungsmesser gekoppelt an einen Magnetsensor am  Vorderrad) sowie einer Bedieneinheit am Lenker, um das Roadbook und den  Tripmaster zu bedienen, fährt der Rallyefahrer seinem Ziel entgegen.
Georg beim Roadbook vorbereiten
So fand ich zufälligerweise über einen Bekannten die Anzeige zum  Bosnia-Rally Training Camp von Stefan Rosner. Kurzerhand angemeldet  freute ich mich schon darauf, meine SWT-SPORTS BMW Motorrad R 100 R/GS NR  38 im Anschluss an der EnduroBoxer Tour wieder ins Gelände führen zu
dürfen.

Einzigartige Ausblicke bei der Bosnia Rally
Manuel Schad, von SWT-SPORTS.de, hat die alte R100 R durch einen  verstärkten Hauptrahmen, einem sportlicheren Rahmenheck sowie eine 4V  Schwinge für 18“ Betrieb, geländetauglich gemacht. Die 21" und 18"  Bereifung auf Haan Wheels, die WP 48er USD Gabel vorne und ein Hyperpro  Dämpfer im Heck tragen ihren Teil bei.
Bosnia Rally mit Georg Fuhrmann von GS-Kutscha auf SWT-Nr. 38
Für Reisen und Rallyes eignet sich der von HPN Motorradtechnik  vertriebene 44l Wüstentank von  Acerbis. Licht spendet ein starker LED Hauptscheinwerfer in der klassischen G/S Maske, welcher das Rallyecockpit von Hessler Racing verkleidet. Und damit sich das neue Traumschiff auch sportlich bewegt, leistet der überarbeitete Motor nun 76PS statt den üblichen 60PS. Diese gesteigerte Serienleistung kann man  akustisch kraftvoll aus dem Hattech Paris-Dakar Endtopf vernehmen.

Daheim sowie in Finnland und Russland gut eingefahren und getestet, fuhr  ich mit gepackten Taschen bis Höhe Wien. Dort schloss ich mich meiner Mitfahrgelegenheit für die weiteren 700km per Anhänger an. In Uskoplje, westlich von Sarajevo, angekommen, erwartete uns Stefan schon mit seiner  kleinen Crew. Dass ich der einzige „Dickschiff-Fahrer" mit meinem BMW Motorrad war, wurde mir mit jedem weiteren eintreffenden Fahrer klar. Unter lauter Sportenduros ein wenig belächelt, konnte sich meine SWT GS mit mir aber gut behaupten.

Hab ich wohl doch bissl was gelernt die letzten Jahre....Manuel, danke Dir an dieser Stelle auch fürs in den geistigen Hintern treten :-)))

Der obligatorische Maschinencheck, Registrierung, und ein ausführliches Briefing rundeten den Tag ab.
SWT-SPORTS BMW Motorrad Nr. 38 auf der Bosnia Rally
4 Tagesetappen zwischen 200km und 300km ließen uns während des Trainings insgesamt über 1000km, meist auf Schotter, zurücklegen. Wie eine Rallye aufgebaut, mit getimten Start,  ausführlichen Roadbooks, einer guten theoretischen Erklärung am ersten Abend und einem täglichen Briefing, ließen Rallye-Feeling ohne Zeit- und Konkurrenzdruck aufkommen. Mit tollen Bikern konnten wir so die wundervolle Landschaft Bosniens genießen.
Tolle Tracks bei der Bosnia Rally 2017
Alpine Pässe, menschenleere Weiten, Prärie und Wälder muteten an, während man gleichzeitig immer wieder an die Schrecken des Krieges von vor fast 30 Jahren erinnert wurde. In dem  zweitschlimmsten verminten Land der Welt liegen immer noch unzählige Blindgänger und Minen, welche daher ein Verlassen der Pfade, Wege und Straßen strengstens verbieten. Zwischen den vielen neugebauten und reparierten Häusern finden sich auch immer noch genügend zerschossene Gebäude, löchrig wie Siebe. Dann wieder neue Straßenzüge, Lokale, Geschäfte......
Unstoppable - Georg mit der SWT-SPORTS BMW
Aber was wirklich zieht, ist die fantastische Natur und dass nahezu alle Wege legal befahrbar sind.

Fazit: Tolles Training, gut organisiert, super Enduro-Erlebnis,  empfehlenswert nur leider 1000km Anfahrt.

Auch im kommenden Jahr veranstaltet Stefan wieder dieses Training in der  letzten Juli Woche. Einfach unter http://www.bosnia-rally.com anmelden  und mitmachen......


Bilder von Bastian Benjamin Brüsecke  -  http://motoventure.de und Reinhold Wentzel  !!!!

Sonntag, 16. Oktober 2016

BAJA DEUTSCHLAND 2016 – KTM siegt knapp vor BMW Motorrad in der über 180kg Klasse

Die Baja Deutschland 2016 ein Traum
In diesem Jahr war es so weit, das TEAM SWT-SPORTS traute sich an die  BAJA DEUTSCHLAND. 
BMW Pilot Manuel Schad

Die ehemalige BAJA 300 oder BAJA SAXONIA findet in der  Nähe von Leipzig in einem aktiven Braunkohletagebau statt.  Es handelt  sich hier um eine ROADBOOK-Rallye, die für Einsteiger sehr gut geeignet  ist. Deutschlandweit ist das die einzige Rallye in dieser Form, und das  Gelände, das wie eine Mondlandschaft wirkt, ist absolut sehenswert.
Einfahrt ins Fahrerlager mit unserm WoMo SWT-SPORTS
Schon bei der Anfahrt hatten wir mit der Navigation zu kämpfen. Das  Fahrerlager war einfach schwer zu finden und erforderte etwas  Fingerspitzengefühl beim Kartenlesen. Im CAMP angekommen hatten wir für  uns schon die ersten „Punkte“ verdient.  Schnell mussten wir merken, dass wir mit unseren Motorrädern in diesem  Breitensport zu den Billigsportlern zählen. Die LKW´s und Geländwagen  waren riesig und wirkten einfach brutal geil.
Unser Camp für die Baja

Alles von dem wir nachts so träumen stand hier in mehrfacher Ausführung im Fahrerlager.  Einige Zeit nach unserem Eintreffen stießen Mirko und Willi von  Kohlenwerk hinzu. Auch Gerd Kropf mit der HPN HP2 ließ nicht mehr lange  auf sich warten. Im Motorradcamp konnte man auf einige bekannte  Gesichter der vergangenen EnduroBoxer Treffen stoßen.
Anbau des GPS Tracker Systems
Die Vorbereitung vor Ort begann, aufwändig mussten die Rallyefahrzeuge  für ihren Einsatz vorbereitet werden. Ein GPS-Tracker, der permanent den  Aufenthaltsort, die Fahrzeit und die Geschwindigkeit aufzeichnet, wurde  angebracht. Immer wieder gab es Fahrzeuge, die die technische Abnahme  erst beim zweiten Versuch passieren konnten.
Die HPN HP2 BMW Motorrad von Gerd Kropf dem Sieger von 2015
Am nächsten Samstagmorgen um 4:30 war die Nacht vorbei. Die  Schutzbekleidung wurde angelegt, schnell noch etwas Nahrhaftes unter der  Nase in den Mund geschoben und das Flutlicht am Boxer eingeschaltet.  Schon ging es in den Vorstart.
Mit der BMW R 100 /7 auf der Baja Deutschland
Ich war sehr aufgeregt und das große Aufgebot der Fahrer mit den vielen  geilen Rallye-Motorrädern machte das Gefühl nicht besser.
Stockdunkel war die Nacht und unsere vielen Lichter konnten nur schwer  die Strecke ausleuchten. Viel Merkmale der Strecke blieben  durch die Dunkelheit verborgen. Nur schwer war der Streckenverlauf zu  erkennen und schon nach wenigen Kilometern  kamen uns schon die ersten Falschfahrer entgegen. Dank der guten Beleuchtung der Fahrzeuge gab es  keine Kollisionen, doch mit jedem Entgegenkommenden zweifelt man seine Navigation an. Und als Navigator bin ich garantiert kein  Aushängeschild. Immer wieder hängte ich mich  an Vorausfahrende und versuchte mich  strickt auf die Kontrolle der Strecke und nicht auf das  selbständige Navigieren zu konzentrieren. Jeder Überholvorgang zwang  mich, den Streckenverlauf der BAJA im Auge zu behalten. Die  Beschaffenheit der Strecke war in diesen Minuten völlig egal. Man fuhr  mehr oder weniger auf Gefühl. Das Rennen zog sich fast über fünf  Stunden, doch ab der dritten Runde ging es ganz ohne Roadbook. Die fast  45 Kilometer lange Rennstrecke konnte ich mir recht gut merken.
Von Teerstraßen, Pflasterstraßen, Kieswegen, Lehmstraßen, Sandpisten,  Buckelpisten und Lehmgruben hatte der Streckenverlauf alles zu bieten.
Elmar mit dem Retter aus dem KTM Lager !!!

Gleich in der ersten Runde hatte ich die SWT-SPORTS BMW in einem  Wasserloch so versenkt, dass ich die Hilfe eines netten LC 8  KTM-Treibers in Anspruch nahm. Danach war mir dann ziemlich schnell klar  wie das hier so funktioniert und ich  fing an mich zu bessern und mich mehr auf das Gescheen zu konzentrieren. Meine Rundenzeiten wurden  besser und ich erlaubte mir auch nur noch wenige Ausrutscher. In den  Sandetappen versuchte ich mein Körpergewicht ganz nach hinten zu  verlagern, um schneller durch den weichen Abraum zu pflügen, die  Auffahren hatten waren im tiefen Geläuf mit vielen großen Steinen  gespickt. Doch kam ich ohne nennenswerte Defekte ins Ziel.
Beschleunigung in die Gerade
Total überrascht hat mich die BAJA schon. Mir wurde bewusst wie viel Spaß und  Anstrengung in der Kombination aus Fahren und Navigieren liegt. Durch  eine Ansammlung einiger Strafzeiten erreichte ich an diesem Tag nur den  4. Platz in der Klasse der Motorräder über 180 kg. Einige Punkte hatte  ich mir durch das Vernachlässigen des Speedlimits in der 30 km/h Zone  eingeheimst.
KTM Rallye Motorrad LC8 im Camp
Am BMW GS Motorrad wurden einige kleine Reparaturen  durchgeführt vor allem die Scheibenbremse des Hinterrades benötigte  etwas Fürsorge.
BMW Motorrad R 100 /7 im Einsatz
Abends gegen 21:00 Uhr gab es wieder eine Fahrerbesprechung, in der die  Veränderungen und Fehler im Streckenverlauf des Roadbook´s besprochen  wurden. An diesem Abend waren es nur wenige Ausbesserungen, die wir  durchführen mussten, doch der Streckenverlauf sollte am nächsten Tag  völlig neu sein, teilweise auch gegen die Fahrtrichtung vom Samstag. Im  Dunkel der Nacht wurde das neue Roadbook schnell in den Halter an meiner  Rennkuh gespult. Erneut die Fahrerausstattung zurechtgelegt und der  Wecker auf 04:30 h gestellt.
Faszinierende Landschaft bei der Baja Deutschland
Kurz war die Nacht und in völliger Dunkelheit ging es an den Start.  Irgendwie war ich total geil auf diesen Renntag und konnte den Start  nicht erwarten. Lange zogen sich die 30 Minuten im Vorstart hin. Durch die  Strafzeit vom Vortag sah ich wenig Chancen auf eine Platzierung und ging  deshalb sehr entspannt an den Start. Es konnte nur besser werden, dachte  ich und konzentrierte mich voll auf die Navigation. Die siebte  Startreihe war für mich geplant, wodurch der Gegenverkehr durch Falschfahrer nahezu unvermeidbar war. Los ging es, der Boxer schob mit  voller Kraft aus dem Start und nach nur wenigen Metern war schon der erste  Richtungswechsel.  Immer wieder gab es auch  Streckenanteile vom Vortag, was die  Kontrolle des Roadbookverlaufes noch etwas erschwerte.
Guido mein Lehrmeister für die Baja Deutschland   -  DANKE
Guido F. auf  seiner KTM war plötzlich im Sichtbereich und ich klemmte mich an seine Heckleuchte. Er vermittelte mir ein Gefühl von Sicherheit beim  Navigieren. Zusammen sind wir fast drei Runden mit- und gegeneinander  gefahren. Jeder hatte den Anderen dazu animiert, das Beste aus sich und  den Maschinen zu kitzeln. Leider musste ich in der dritten Runde  anhalten und verlor somit den Anschluss an den schnellen KTM Piloten.
Mit der BMW auf der Rallye Baja Deutschland
Grund für den Stopp war die abgerissene Halterung meines SIXO - Tripmaster. Der lose Wegzähler wurde prompt mit dem Taschenmesser  gekappt und auf einen Stein gelegt. So hatte ich die Sicherheit, dass  ich den SIXO Tripmaster am Ende des Rennens wieder abholen kann. In der fünften und eigentlich letzten Runde hat sich der Hinterreifen der BMW  massiv aufgelöst, ein schnelles Fahren war nicht mehr wirklich möglich.
2. GERD KROPF - 1.ROBERT LABINSKY - 3. MANUEL SCHAD

Aber insgesamt war es an diesem Sonntagmorgen für mich möglich, so viel Zeit gut zu  machen, dass ich neben dem Tagessieg noch den 3. Platz in meiner Klasse  auf der BAJA DEUSCHLAND für das TEAM SWT-SPORTS erzielen konnte. Ich  hatte so viel Spaß und danke all den netten und durchgeknallten  Teilnehmern dieser Veranstaltung. Ihr seid wirklich Spitze!

Weitere Bilder von der Baja Deutschland