Der TOURBERICHT der EnduroBoxer Tour 2016 ist online. Auch in diesem Jahr führte uns Simo Kirssi mit
seinen finnischen Freunden wieder nach Russland. Der große Staat im
Osten der unter der Regierung von Putin steht ist auf alle Fälle
noch einmal eine deutliche Steigerung zu unseren vorausgegangenen
Finnland-Touren. Auf den „Old Russian Road´s“ können wir nach
Lust und Laune durch die Wälder und Steppen ziehen. Mit dabei waren
schwere Einzylinder wie KTM LC4, 690 Enduro, Husqvarna 701 sowie
Zweizylinder wie die KTM LC8 Superenduro und BMW Motorrad R 80 GS, R
100 GS und HP2 Modelle. Ein riesiger Spaß für den Enduroreisenden.
Die Husqy 701 bereit für den Einsatz im Finnland - Russland
Die Anreise zur Fähre nach Finnland habe ich mit der 701 Husqy auf Achse gemacht. Das sind von mir zu Hause aus runde 600 km. Die Testmaschine war brandneu und hatte vor meinem Start in Richtung Norden erst 500 km auf der Uhr. Diese Laufleistung hat sie sich von Mattighofen zu uns nach Üchtelhausen auf die Uhr gespult.
Die Sozius - Rasten wurden abgeschraubt.
Ein Fangseil für den Fußbremshebel soll im Ernstfall schützen.
Das GARMIN Montana wurde verkabelt.
Jedoch war die Autobahn wahrlich nicht das Richtige für den BIG-SINGEL. Die 690ccm des Einzylinder bringen zwar bei allen Überholvorgängen immer ausreichend Leistung. Aber der Motor kann schneller als das Fahrwerk will.
Mit über 160km/h fühlt man sich nicht wirklich sicher, denke ich. Aber zwischen 110 und 130 kann man ganz bequem reisen. Die beste Reisegeschwindigkeit erwies sich bei 100km/h. Doch die feinen Vibrationen, die der große Einzylinder erzeugte, machten meinem Garmin Montana Probleme. Auch die Hände wurden hier beansprucht. Mit meinem Zweizylinder ist die Autobahn wesentlich leichter zu befahren. Die Sitzbank ist nicht so unbequem wie sie aussieht, vor allem bietet sie übermäßig viel Platz, um die Sitzposition zu wechseln. So bin ich nach ca. 300km Autobahn immer wieder mal von vorn nach hinten und hinten nach vorn gerutscht. Der sportliche Einzylinder braucht etwas über 5 Liter auf der Autobahn. Somit lernt man hier schnell mal ziemlich viele Raststätten kennen.
Im Fährhafen angekommen - Unterstütz von Bernd Körber - KTM Körber
Auf der Fähre von Travemünde nach Helsinki fühlt man sich wie im Urlaub. Man kann einfach nicht arbeiten, das ist für mich ungewohnt, aber gut!
Wunderschöne Inseln kurz vor Helsinki
Nach 27 Stunden Fahrt mit der Fähre haben wir uns am Freitag einen schönen Tag in Helsinki gemacht. Während wir auf die Ankunft von Simo Kirssi gewartet haben, konnten wir die schönen Seiten von Helsinki City betrachten. Auch war mal Zei, die Haare schneiden zu lassen und schön Essen zu gehen. Nachts sind wir dann zu Simo nach Hause gefahren. Bei einer Außentemperatur von 5 Grad war es wirklich kalt!!!
Bei Einchecken in den Fährhafen.
Den Samstag verbrachten wir mit der Vorbereitung der Motorräder und des Sprinters. Ab Morgen früh werden wir unsere Tour mit dem Besuch der Enduro WM, die gerad in Finnland statt findet, beginnen.
Auch in Finnland wird noch fest geschraubt. Simo Kirssi´s HP2
Ein Erkundungsflug mit PILOT FELIX BAUMGÄRTNER am Erzberg
Natürlich hatten auch wir uns besonders für den Berg aus Eisen vorbereitet. Wie schon im Vorbericht zu lesen war, wurden von uns Modifikationen am BMW Motorrad EnduroBoxer durchgeführt. Doch LIVE sieht alles immer ganz anders aus.
Mit dem BMW MOTORRAD BOXER am ERZBERG 2016
Am Mittwoch spät Abends sind wir in Richtung Österreich aufgebrochen. Wir hatten ca. 600 km Anreise. Um 4:00 Uhr Morgens schlugen wir unser Lager vor den Pforten des Erzbergareals auf. Kurz nach 7:00 Uhr gaben die Sicherheitsdienste die Stellung auf und ließen uns einfahren. Im Paddock des Erzberges war dann schnell ein geeignetes Plätzchen für unser Basislager gefunden. Direkt vor den Sanitäranlagen. Was sich im nachhinein als sehr interessant und bequem erwies.
Der Erzberg liegt in Mitten einer wunderschönen Natur
Als wir uns eingerichtet hatten, konnte ich gleich zur Abnahme. Dort wurden wir alle fotografiert und wir durften brav den Haftungsverzicht abgeben. Gleich darauf folgte die technische Abnahme. Diese Hürde war auch blitzschnell gemeistert. Ich muss sagen für die Masse an Startern waren die zwei Stunden bei der Anmeldung nicht zu lange.
In der Arena beim EnduroCross 2016
Rund um die Erzberg-Arena konnte man einige Firmen antreffen. Zum Beispiel hatte Haibike, die übrigens auch aus Schweinfurt kommen, einen riesigen Stand. Mit einem Haibike – Downhill – Bike konnten Simo und ich das erste Mal den Berg begutachten. Ja, richtig gehört, der dreifache ERZBERG-PROLOG – SIEGER war auch vor Ort. Wir trafen uns, um über die bevorstehende ENDUROBOXER Tour zu reden. Mit dem 8.000 Euro teuren Bike hatten wir sehr viel Spaß und konnten einiges am eisernen Giganten anschauen.
Der Donnerstag ging dann schneller um als gewollt und Abends war nur noch die Fahrerbesprechung, die für mich wichtig war.
Beim Vorstart des Prolog´s am Erzberg
Am nächsten Morgen war mir etwas flau im Magen, denn das war der Tag auf den wir seit Oktober hin arbeiten. Mit der Startnummer 1206 war ich jedoch erst am Nachmittag am Start. So nutzte ich die Zeit und drehte mal mit einer E-KTM ne Runde auf dem Pacour der Erzbergarena. Die Dinger haben echt Dampf! Um 12:00 Uhr begannen wir, uns auf den Prolog vorzubereiten. Die Wartezeit im Vorstart kam einem brutal lange vor. Aber meine BMW-Enduro fand viele Bewunderer. Wir wurden ganz ganz oft angesprochen, was für uns die Zeit etwas schneller vergehen ließ. Am Start musste ich mit anhören wie sich der klassische Boxer quälte. Es tat mir in den Ohren weh, ihn in solche Drehzahlen zu treiben. Nach den ersten beiden Kehren war dann auch schon die Sicht vorbei. Staub, Staub und nochmal Staub. Ich gab viel, doch nicht alles, denn das Ziel war, dass ich noch lebend zu meiner Frau und den Kindern komme. Während ich den Schatten hinterher fuhr, durfte ich nach dem Überholen des Vorausfahrenden immer mal wieder die Sonne erblicken. Die Strecke zog sich. Es waren sehr viele enge und für die Geschwindigkeit anspruchsvolle Passagen eingebaut. Die Kuh durfte nur noch digitales Fahren erleben. Es gab Vollgas oder es wurde massiv negativbeschleunigt.
Voll konzentriert im ProLog beim Erzbergrodeo
Im oberem Fünftel hatte ich es dann ganz versaut, ich hatte den Boxer mit dem Endantrieb zwischen zwei sehr große Muldenkipper Reifen gesetzt.
Dieser Fehler war nicht zu verzeihen. Nur mit sehr viel Kraft konnte ich das Rad aus der Falle befreien. Mir war klar, dass das kein Glanzergebnis war. Nach dem Lauf fuhr ich direkt in die Arena. Hier konnte ich mit dem klassischen Enduro – Boxer sehr viele Fans finden.
Die Rote wurde sehr oft fotografiert und wir erhielten ganz viel Lob.
Der PROLOG beim ERZBERG 2016 mit dem Boxer
Außergewöhnliche Strecke beim Prolog mit dem BMW Motorrad am Erzberg
Abends gab es wieder eine Fahrerbesprechung mit vielen geilen Aufnahmen direkt vom Fahrtag.
Samstagmorgens war mir klar, nach der durchregneten Nacht kann es gar nicht so viel stauben wie am Vortag. Schnell wurde die 2-Ventil GS fit gemacht und wir bewegten uns gezielt zum Vorstart. Doch diese Idee war wohl Programm und die Wartezeit multiplizierte sich. Doch werbewirksam war die Wartezeit schon. Es gab wieder sehr viel Interesse an dem Zweiventil – Boxer, vor allem von den italienischen Passanten. Die konnten oft nicht glauben, was sie da sehen konnten. Wir beide wurden oft abgelichtet. Vor dem Start hatte ich das Boxertriebwerk etwas warm laufen lassen. Somit wollte ich einen Defekt am Boxermotor verhindern.
Voll konzentriert griff ich den Berg an. Die Kurven lagen mir viel besser als am Vortag. Die Sicht war klasse. Wenn ich nicht ein Rennen fahren müsste, dann hätte ich wunderschöne Blicke in die herrliche Natur Österreichs genießen können. Auf dem Weg zum Gipfel durfte ich wieder an einigen leichten Einzylindern vorbei segeln. Es hat mir einfach total viel Spaß gemacht und ich wäre gern nochmal mit dem Boxer nach oben gefahren. Mit dem 9. Platz in der Zweizylinderklasse bin ich zwar nicht ganz zufrieden, doch es kommt ja wieder ein Erzbergrodeo und dann habe ich vielleicht die Chance, meine Fehler auszubügeln und kann mich noch gezielter vorberieten. Ein ganz großer DANK geht an meine Truppe, Elmar, Tony und Gabi und an mein Frau, die das alles immer so erträgt!
Zielgruppe sind Mädchen und Jungs im Alter zwischen sieben und sechzehn Jahren.
Der MX - Track der MMC Schweinfurt bietet alles was das MX - Herz begehrt
Die MX Strecke des MMC Schweinfurt bei Rottershausen bietet sich für ein MX-Training an und Jens ist dieser Track sehr vertraut.
Mit seiner Enduroschule vermittelt Jens Scheffler aller Hand technisches Wissen. Angefangen vom richtigen Sitzen und Stehen auf der Motocross – Maschine über das Beschleunigen und Bremsen.
Auch unsere Jugend wir beim Feriencamp gefordert!
Danach folgt meist die Kurventechnik, die hier mit Hilfe der Bremse zu einer sauberen und schnellen Linie gezogen werden kann. Auch das korrekte Befahren der Anlieger bleibt kein Geheimnis mehr. Nach diesen Lektionen geht Jens mit seiner Mannschaft in Richtung Table über.
Die Jugend beim MX - Feriencamp in Rottershausen an der Schwarzen Pfütze
Hier beginnt er mit der Analyse der Kanten, die maßgeblich für den richtigen Absprung sind. Auch der Flug über den Table wird bis zu Perfektion geprobt. Jens und sein Trainerteam vermitteln außerdem auch das Meistern von Spurrinnen und weitere Fahrtechniken.
Das Erzbergrodeo in Eisenerz ist einer der Extremevents in der Rennsaison. Das letzte Mal hatte ich 2007 Angriff auf den Berg aus Eisen gemacht. Danach war für mich klar, dass ich sowas eigentlich nicht mehr
brauche. Durch die vielen Starter, die den Berg bezwingen wollen, ist es eine Extrem-Veranstaltung der Superlative. Hier ist nicht nur das fahrerische Können gefragt, sondern auch Ausdauer im Umgang mit
Mitmenschen. Wir hatten damals recht laute Nachbarn, die das Rennen am Eisenberg nur zum Feiern nutzen wollten. Die Wartezeit zwischen den einzelnen Rennen ist sehr lange und somit muss man sich mit viel Geduld
in die oft langen Schlangen stellen und warten können. Doch komischerweise habe ich mir im letzten Oktober gedacht, wenn nicht jetzt, wann dann. Die Idee war, mit der BMW SWT Enduro dort an den Start zu gehen.
Der kleine 860ccm Boxer kann ziemlich viel und steht hoffentlich den leichten Sportenduro´s von KTM, Husaberg, Husqvarna und Co im PROLOG in nichts nach. Natürlich ist es nicht das Ideal für den Erzberg, doch es soll doch auch ein Kick dabei sein.
Langer Endantrieb vom 4-Ventiler für den kleinen Boxer
Die Idee war geboren, jetzt geht es an die Umsetzung des Ganzen. Die BMW ist mit einem sehr kurzen Winkelgetriebe ausgerüstet. Das 37:11 wird gegen das 32:11 getauscht. Das Federbein hinten etwas nachgelassen und die Gabel maximal herausgezogen. Somit wollen wir unserem steilem Lenkkopfwinkel entgegen arbeiten und die Kuh in der Spur stabil machen.
Gabel maximal durchgesteckt für besseren Geradeauslauf
Vor fast zehn Jahren hatte ich gleich in der zweiten Kurve beim Prolog einen Durchschlag, was mir den vorderen Schlauch gekostet und die Felge zerstört hat. Um einen solchen Schaden auszuschließen bin ich bei
Joachim Liebl von MEFO TIRES und MEFO MOUSSE vorbei gegangen und habe zusammen mit ihm nach einer Lösung gesucht. Die Firma MEFO hat mir für meinen Auftritt in Austria einige Reifen zur Verfügung gestellt. Unter anderem zwei Arten der neuen MEFO ENDURO EXTREME Reifen. Am Erzberg können wir diese Reifen bestimmt auf Herz und Nieren prüfen.
Die MEFO REIFEN für den ERZBERG - CHECK
Die Jungs von RPM Hesselbach, die sich immer sehr herzlich um unsere Motoren kümmern, haben mir die Kuh auf eine für die Höhe angepasste Vergaserbedüsung abgestimmt. Somit möchte ich verhindern, dass ich an den letzten Kehren zum Gipfel nur noch 6PS vom BOXER TRIEBWERK abrufen kann.
Bei den Testfahrten wurde schnell festgestellt, dass bei schnellem Fahren auch eine größere Bremse von Vorteil wäre. Diese habe ich kurzerhand aus der weißen Rallye BMW ausgeliehen.
Speichencheck an der Wettbewerbs-BMW-Enduro
Alle Schrauben wurden nachgezogen
Das Setting wurde angepasst
Was mein persönliches Ziel in Österreich sein soll, ist mir noch nicht ganz klar. Ich möchte schon ganz gern mit meinem BOXER am Sonntagmorgen im Kessel stehen und die ersten Steilauffahrten bezwingen. Falls wir uns diesen Traum verwirklichen können, wird natürlich das Setting wieder auf den normalen Rennmodus umgestrickt und im Bedarfsfall die Übersetzung schnell wieder an die Enduro und Bergsteigerverhältnisse
angepasst.
Eine tolle Gruppe - die Dickschifftreiber der Enduroschule Jens Scheffler
Jens Scheffler betreibt seine Enduroschule schon seit Jahrzehnten und hatte in seiner Karriere viele Titel für sich erringen dürfen. Doch nicht nur für die Einspurigen Sportenduro´s ist er ein idealer Trainer. Er vermittelt sehr viel Fachwissen und Technik auch an die Reise- und Dickschiffpiloten. Jens kann seine Fahrtechnik, die er sich über Jahre ausgearbeitet hat, mit nachvollziehbaren Methoden belegen. Der Erfolg und der gute Ruf spricht für den Enduro – Trainer „Scheffy“. An der Schwarzen Pfütze auf dem Trainingsgelände des MMC Schweinfurt wurde dieses Wochenende wieder ein Fahrtechniktraining auch für die schweren Geländemaschinen abgehalten. Unter der Anleitung von Jens konnten alle Teilnehmer sehr viele Informationen und technische Verbesserungen ihres Fahrstils mit nach Hause nehmen. Nun ist es daran, dass jeder der Teilnehmer seinen Trainingserfolg durch stetige Wiederholungen der Trainingseinheiten ausbaut. Man bedenke einfach mal wie viel Zeit das Erlernen eines Instrumentes in Anspruch nimmt. Auch beim Endurosport muss der Bewegungsablauf immer wiederholt werden, um dann ins Blut und Routine über zu gehen.
Kurventraining nach Scheffy
Jens vermittelt zusammen mit seinem Team eine Komplettlösung. Angefangen vom richtigem Stand auf dem Geländemotorrad über die kräfteschonende Haltung beim Beschleunigen und Bremsen. Auch das Verlagern des Körpergewichtes auf dem Motorrad zum Kurvenäußeren wird ausgiebig besprochen und an Beispielen erläutert. Sobald dieses Fundament des Geländefahrens dem Teilnehmer kein Fremdwort mehr ist geht es in die Endurostrecke. Hier kann sich jeder mit dem richtigen Bremsverhalten und dem sauberen Stand bei Auf- und Abfahrten vertraut machen. Die Kurven werden enger und die Abfahrten steiler. Man kann meist die Verbesserung und die Sicherheit bei den Teilnehmern aus dem Gesicht lesen. Das macht nicht nur die Schüler glücklich, sondern zaubert es auch ein Lächeln in das Gesicht des Lehrmeisters.
Trotz des vielen Lernens war auch viel Spaß dabei!
Ich bin stolz darauf, ein kleiner Teil dieser Enduroschule zu sein und Jens bei der Arbeit mit seinen Fahrschülern unter die Arme greifen zu können. Aus den Teilnehmern sind freilich keine DAKARSIEGER geworden, doch einen Erfolg konnte man bei jedem sehen!
Verschiedene Arten der Verzögerung wurden probiert
Am Samstag nach um 2:00 Uhr angereist
hatte man mich mit Recht nicht mehr ins Fahrerlager gelassen. So
musste ich vor dem Paddock schlafen. Morgens um 6:00 Uhr wurden die
Tore wieder zum Einlass geöffnet. Um 8:45 Uhr sollte der Start sein,
also für große Spielereien war jetzt keine Zeit mehr. Schnell
ging´s mit dem Helm zur Papierabnahme, dann das Dickschiff aus dem
Anhänger und zur technischen Abnahme.
Noch hurtig in die Fahrerkluft und ab
zum Start. Doch dieser wurde dann leider 15min nach hinten
verschoben. Umsonst der viele Stress.
BWM Motorrad SWT im Einsatz
Nach dem Start, der für mich völlig
ungewöhnlich ist führt der Startverlauf rechts in die Walldorfer
Motocross Strecke ein. Ich fuhr zusammen mit den Twinshock und
E-Bikes in der Youngtimer-Klasse. Die Strecke war ziemlich
anspruchslos, gar nicht wie von allen angekündigt. Es gab keine sehr
schwierigen Auffahrten und auch keine brutalen Abfahrten. Es war eher
ein Auf- und Abfahren auf dem Wiesenhang gespickt mit vielen Kehren
und Kurven. Ideal um die klassischen Motorräder noch länger am
Leben zu erhalten. Doch für mich waren die 45min Fahrzeit zu kurz
und die Strecke hätte mehr Anspruch an den Fahrer vermitteln können.
Fakt ist auch, dass ich für diese kurzen Distanzen etwas anders
Trainieren sollte und mehr Sprünge und Kurven in mein persönliches
Trainingsprogramm mit ein beziehen werde. Der BMW Boxer und ich, wir
haben es auf Platz 12 in der Youngtimer-Klasse geschafft.
Zieleinlauf bei der GCC im Walldorf 2016
Samstag Abend bin ich mit ein paar
Kollegen die Strecke für den Sonntag abgelaufen. Ich sage euch, mit
der vom Morgen mit dem Boxer hatte diese nicht´s zu tun. Die
Auffahrten und die sehr steilen Abfahrten sind genial. Es ist was
ganz was anderes was wir da zu Fahren präsentiert bekommen haben.
SWT-SPORTS beim GCC im Walldorf 2016
Rennbeginn ist hier am Sonntag um ca.
12:15 Uhr. Für diesen Meisterschaftslauf habe ich die SWM 500 RS
vorbereitet.
SWM vor dem Start bei der GCC in Walldorf
Doch morgens kündigte sich das Wetter
schon an, es war ein Wechsel zwischen Sonnenschein, Regen und starken
Schneefall. Wir wussten nicht auf was wir uns vorbereiten sollen.
Kurz vor dem Start ging es mit dem Schneefall richtig los, es wurde
uns über die Lautsprecher mitgeteilt, dass wir sehr langsam fahren
sollen, da alles spiegelglatt sein soll. Was für eine Ansage für
einen GCC Rennen dachte ich mir. Wir starteten in die Strecke und wie
angekündigt war alles völlig rutschig und teilweise wie eine
Eisfläche, doch langsam sein wollte hier Keiner. Wie oft ich einfach
aus der Spur getragen wurde konnte ich nicht mitzählen. Einmal hat
es mit 180 Grad nach einem Table gedreht.
SWM bei der Kurvenfahrt in Walldorf GCC 2016
Die kleine Italienerin
zeigte ihre Power, doch diese war einfach nicht auf den Boden zu
bringen. Nach ungefähr einer Stunde kamen die Kinderkrankheiten
zum Vorschein, die Kupplungsbetätigung hielt der Belastung nicht
stand, sie versagte einfach und ich musste auf dem schwierigen
Untergrund ohne eine Kupplung weiter durchhalten. Es war schwer,
sehr schwer die SWM auf der Strecke kontrolliert zu fahren. An den
Auffahrten wollte der 500er 4Takt immer wieder ausploppen. Nach zwei
ganz anstrengenden Stunden erblickte ich die Zielflagge und konnt mit
einem schlechten 27 Platz ins Fahrerlager einfahren. Das ist ein
Ergebnis, an dass ich nicht gewöhnen werde. Die Ziele sind klar, die
Kinderkrankheiten meiner kleinen SWM müssen aus dem Weg geräumt
werden. Doch dass war auch mein Auftrag, den ich in dieser neu
aufgelegten Marke sah.